Wie aus einem Satz von Philipp, einem roten VW-Bus und einem Winter in der falschen Wohnung unser Leben auf Rädern wurde – und am Ende escapetoworld.
Kapitel 1 · Wie alles begann
Die Idee dahinter
„Wenn ich einmal Papa werde, werde ich Busfahrer.“
– Philipp, schon lange bevor es so weit war
Und tatsächlich: Als unser erster Sohn ein paar Monate alt war, haben wir die ersten Busse besichtigt – und die Begeisterung für ein Abenteuer war geweckt.
Es war die Corona-Zeit. Reisen schien fast unmöglich – und genau da hat uns ein Bus neue Möglichkeiten eröffnet. Als frischgebackene Eltern wollten wir unserem Sohn die Welt zeigen. Also haben wir uns für einen treuen Begleiter entschieden: einen VW T3 Multivan.
Der Multivan hatte alles, was man braucht. Unsere ersten Urlaube führten uns nach Holland – zwei Stunden Fahrt, und schon standen wir am Meer. Praktisch, oder?
1,60 × 2 mLiegefläche dank umklappbarer Sitzbank
150 LiterFrischwassertank – für die Dusche unterwegs
2 Stundenbis ans Meer in Holland
Dazu ein Tisch, ein Kompressorkühlschrank für kühle Getränke und eine einfache PV-Anlage für den nötigen Strom – mehr brauchte es nicht. Als wir zum ersten Mal losgefahren sind, haben wir uns so frei gefühlt wie nie zuvor. Es war der Anfang von etwas Neuem.
Abends auf dem Dach: der Moment, in dem man merkt, wie wenig man eigentlich braucht.
Kapitel 2 · Die erste große Reise
Tour de France – zu viert im kleinen Bus
Es begann mit einer spontanen Idee: den Urlaub nutzen und mit dem VW-Bus die Küste Frankreichs erkunden. Der Alltag mit zwei kleinen Kindern ließ allerdings wenig Zeit zum Planen – zwei Wochen vor Abfahrt waren alle Campingplätze ausgebucht.
Statt den Kopf in den Sand zu stecken, haben wir den Bus autark gemacht: Dachgepäckträger, Frischwassertank, eine akkubetriebene Dusche. Fertig war unser Zuhause für drei Wochen.
Durch Belgien nach FrankreichDie erste Nacht an einem idyllischen Waldrand.
Richtung AtlantikRuhe, Weite und Freiheit am Meer.
Kurzer Halt in ParisMit einem kleinen Reifenproblem – schnell gelöst.
An der deutschen GrenzeEntspannte Stunden an einem malerischen See.
Stellplatz neben dem SpielplatzHier haben wir gelernt, dass rotes Licht gegen Mücken hilft.
Und dann kam die Rückkehr. Nach drei Wochen im engen Bus fühlte sich unsere große Wohnung plötzlich ernüchternd an. Wir haben angefangen, unser Leben zu entrümpeln und uns von überflüssigem Ballast zu befreien. Weniger ist oft mehr – das hat uns diese Reise gezeigt. Und die nächste Idee war geboren: ein größeres Wohnmobil.
Zu viert unterwegs: auf dem Weg zum Strand.Waschtag auf dem Stellplatz – Alltag im Bus.
Kapitel 3 · Ein neues Zuhause
Der Schritt ins Ungewisse
Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes brauchten wir eine neue Wohnung. Aus der Not heraus haben wir die erstbeste genommen – und die war ehrlich gesagt ein Griff ins Klo. Hübsch anzusehen, aber mit undichten Fenstern, einem eiskalten Winter und einer Nebenkostenabrechnung, die uns die Sprache verschlagen hat.
Nach nur acht Monaten haben wir gekündigt. Der T3 war für uns als vierköpfige Familie zu klein geworden – also haben wir ein Wohnmobil gekauft: einen VW LT mit Karmann-Aufbau.
Dann standen wir da, die Kündigungsbestätigung in der Hand, und hatten nur ein paar Monate, um den Karmann zu renovieren. Mit Kleinkind und Baby saßen wir jeden Abend im Wohnmobil, haben geschraubt, gestrichen und gesägt – und nebenbei die Wohnung aufgelöst: verkauft, verschenkt oder eingelagert.
Im März war es so weit. Wir sind eingestiegen und haben unsere Wohnung für immer verlassen.
Aus unserem Umfeld kamen viele Bedenken – aber genauso viel Zuspruch. Wir hatten oft kalte Füße und haben uns gefragt, ob das alles richtig ist. Am meisten hatten wir Angst, den Kindern nicht mehr die feste, klare Struktur geben zu können, die sie kannten. Am Ende haben wir uns einen Ruck gegeben.
Wir sind trotzdem gefahren. Und hatten die beste Zeit überhaupt.
Der Anfang: unser LT Karmann, kurz nach dem Kauf.
Kapitel 4 · Unser Zuhause auf Rädern
Das Urmobil – 2 Zimmer, Küche, Bad
Philipp liebt klassische Autos und ihren Charme. Bei einem Oldtimer lassen sich kleine Reparaturen unterwegs mit einem einfachen Werkzeugkoffer erledigen – genau deshalb ist es wieder ein Oldie geworden. Doch warum gerade dieses Modell?
Robuste Technik
Der alte VW LT ist die perfekte Grundlage für Vanlife: Sein Sechszylinder klingt großartig und hat genug Kraft für die steilsten Pässe.
Karmann-Aufbau
Schon damals Oberklasse: großer Kühlschrank, Wasserboiler und eine starke Heizung – damit wird autarkes Reisen deutlich einfacher.
Die seltene Dinette
Essplatz am Tag, riesiges Bett in der Nacht. Diese Variante ist selten und begehrt – wir mussten schnell sein, um sie zu ergattern.
Drei vollwertige Sitze
Die Dinette hat drei vollwertige Sitzplätze und ist damit ideal für Kinder – ein Klassiker unter Vanlife-Familien.
Der Alkoven und seine Problemchen
Alte Wohnmobile sind anfällig für Wasserschäden, denn der Zahn der Zeit nagt an jeder Dichtung. Bei uns waren es vor allem die beiden Fenster oben im Alkoven. Nach Jahren mit Wassereinbruch war klar: Neu abdichten reicht nicht.
Philipp hat den gesamten Alkoven umgebaut und dafür sogar die äußere Hülle geöffnet. Tagelang wurde gewerkelt und getüftelt. Das Ergebnis: eine Kuschelhöhle für unsere Kinder – mit Absturzsicherung und Schiebetür.
Junge Familie trifft alten Charme
Für einige Monate sollte das Wohnmobil unser Zuhause sein, also haben wir jeden Winkel neu gedacht: Wasserschäden beseitigt, Polster und Stoffe ausgetauscht und jedes Möbelstück von Hand aufgearbeitet.
Gestrichen haben wir mit Kalkfarbe in zwei Tönen, die den Raum geschickt unterteilen. Dazu kamen ein neuer Vinylboden und dezente Deko – fertig war ein Zuhause, in dem wir uns rundum wohlfühlen.
So sind wir autark
Kühlschrank, Heizung, Kochfeld und sogar der Warmwasserboiler laufen über Gas. Für Kameras, Handys und alles andere sorgt die Sonne. Wir haben es einfach gehalten – und es funktioniert einwandfrei.
2 × 11 kgGas an Bord, mit allen Adaptern
10 LiterWarmwasserboiler, gasbetrieben
2 × 140 WPV-Module von Soltronix
LiFePO4Batterien plus Victron-Wechselrichter
Philipps größte Sorge vor der Abfahrt: Was, wenn wir in Albanien unsere deutschen Gasflaschen nicht nachfüllen können? Wie das ausging, erzählen wir ein andermal.
Die Kuschelhöhle im AlkovenDie Dinette: Esstisch, Sitzplätze, BettBad und Küche – gestrichen mit Kalkfarbe
Kapitel 5 · On the road
Unterwegs
2023 – Richtung Albanien
Die erste große Tour mit dem Urmobil. Staubige Pisten, wilde Küsten, zwei kleine Kinder auf der Rückbank – und die Erkenntnis: Das ist unser Weg.
2025 – Die große Skandinavien-Runde
Erst Norwegen – von den Stränden im Süden bis hoch zu den Lofoten und nach Senja –, dann zurück durch Schweden. Fjorde, Mitternachtssonne, Regen von allen Seiten. Hier sind die Namen und die Ruhe entstanden, die heute in unserer Kleidung stecken. Unsere liebsten Orte mit Kindern findest Du weiter unten.
Norwegen mit Kindern – unsere Highlights
Norwegen mit Kindern ist ein Abenteuer zwischen Fjorden, Bergen, Wasserfällen und unzähligen Möglichkeiten zum Spielen. Viele Orte haben nicht nur uns beeindruckt, sondern auch die Kinderaugen zum Leuchten gebracht. Das sind unsere zehn Highlights – von Süd nach Nord.
Mandal – Strand im Kiefernwald
Der Strand liegt direkt am Wald, Felsen ragen aus dem Sand bis ins Meer. Unsere Kinder haben stundenlang Burgen gebaut und den rötlich schimmernden Sand bestaunt – ein riesiger Abenteuerspielplatz.
Tipp: Es gibt viele Schattenplätze unter den Kiefern – perfekt mit Kindern.
Stavanger – Farben, Kultur und Zimtschnecken
Bunt, lebendig und genau richtig für Familien. Im Kindermuseum gibt es viele Mitmachstationen, Anfassen und Streicheln sind ausdrücklich erlaubt. Danach durch die bunten Gassen im Zentrum bummeln. Hier sind wir in Norwegen so richtig angekommen.
Tipp: Zimtschnecken probieren – ein Muss mit Kindern.
Preikestolen – Abenteuer am Limit
Eine der bekanntesten Wanderungen Norwegens – und mit guter Vorbereitung auch mit Kindern machbar. Unser Fünfjähriger hat die rund 8 Kilometer über Geröll und Steine allein geschafft. Grenzwertig, aber absolut lohnenswert: Der Blick über den Lysefjord ist atemberaubend.
Tipp: Früh starten! Wir sind erst um 12 Uhr losgegangen und waren um 19:30 Uhr zurück am Camper. Genug Snacks und Pausen einplanen.
Wasserfälle am Weg
Auf dem Weg nach Norden liegen viele Wasserfälle, die man ohne lange Wanderung erreicht. Ideal, wenn die Kinder eine Pause vom Autofahren brauchen: anhalten, picknicken und dem Rauschen zuhören.
Tipp: Unsere Favoriten: Steinsdalsfossen, Langfossen und der Zwillingswasserfall Låtefossen.
Nigardsbreen – mit Kindern zum Gletscher
Mit dem Boot über den eisblauen Gletschersee, dann ein Stück zu Fuß – insgesamt rund 5 Kilometer. Brücken und kleine Treppen helfen über schwierige Stellen. Am Ende steht man direkt vor der mächtigen Gletscherzunge.
Tipp: Die Bootsfahrt verkürzt den Weg – so bleibt die Tour für Kinder gut machbar.
Sognefjellet – ein Tag in der Tundra
Unser Geheimtipp: Fahrt über den Sognefjellet-Pass und bleibt einen ganzen Tag. Selbst im Juni liegt dort noch meterhoch Schnee. Die Kinder haben Schneeburgen gebaut, während wir bei 20 Grad im T-Shirt in der Sonne saßen – Sommer und Winter gleichzeitig.
Tipp: Schaufeln und Sandförmchen einpacken.
Atlantikstraße – kurzer Stopp, große Aussicht
Geschwungene Brücken, Meer und Küste – spektakulär anzusehen. Für Kinder gibt es allerdings wenig zu tun. Uns hat die berühmte Straße trotz schlechten Wetters beeindruckt.
Tipp: Als Zwischenstopp einplanen, nicht als Tagesziel.
Marmorslottet – das Schloss aus Marmor
Über Holzstege geht es zu einer Felsformation, die aussieht wie ein natürliches Schloss aus Marmor. Barfuß über die Felsen laufen, picknicken, die Aussicht genießen – wir waren abends dort, bei Mitternachtssonne.
Tipp: Mückenspray einpacken!
Saltstraumen – Naturgewalt hautnah
Auf dem Weg zu den Lofoten kommt man am Saltstraumen vorbei, dem stärksten Gezeitenstrom der Welt. Die Wassermassen sind gigantisch. Wir haben dort geangelt – die Kinder hatten ihren Spaß.
Tipp: Eher ein kurzer Stopp auf dem Weg zur Fähre Bodø–Moskenes.
Nachtfahrten – Magie am Himmel
Ein unterschätztes Highlight: Im norwegischen Sommer geht die Sonne kaum unter. Der Himmel färbt sich in unglaublichen Farben und spiegelt sich in den Wolken. Für uns waren es die schönsten Fahrten überhaupt – auch wenn die Kinder dann länger wach waren.
Wer Norwegen im Sommer erlebt, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Und die Lofoten und Senja? Die beiden Inseln haben so viel Besonderes, dass sie eine eigene Geschichte bekommen – bald hier.
Schweden mit Kindern – unsere Highlights
Von Norwegen ging es weiter nach Schweden – und das ist für Familien ein echtes Paradies.
Kreativum Karlshamn
Hier heißt es mitmachen und ausprobieren: Papier schöpfen, Katapulte bauen, Bagger fahren und die Schwerkraft der Planeten erleben – drinnen und draußen am Wasser.
Tipp: Plant 1–2 Tage ein. In der Hauptsaison ist nur von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Klevagruva – ab in die Tiefe
2 km Stollen bei 3 °C auf eigene Faust erkunden – mit Schatzsuche für Kinder. Draußen warten ein Spielplatz und Grillstellen, Holzhacken unter Aufsicht inklusive.
Tipp: Helm, Stiefel und Lampe werden gestellt. Zieht Euch trotzdem warm an.
Astrid-Lindgren-Welt
Pippi, Ronja, Michel und Karlsson zum Anfassen: Theater in kleinen Kulissen, Kletterburgen und die Villa Kunterbunt. Man taucht wirklich in die Geschichten ein.
Tipp: Teuer, aber den ganzen Tag wert. Eigene Snacks mitnehmen.
Kathult Hof
Hier wurde „Michel aus Lönneberga“ gedreht – alles ist original erhalten, vom Tischlerschuppen bis zum Hof. Die Zwergziegen laufen frei herum.
Tipp: Rund 2 Stunden einplanen – am besten mit einem Eis auf der Wiese.
Skansen, Stockholm
Das älteste Freilichtmuseum der Welt und gleichzeitig Tierpark: historische Dörfer, Handwerk, Elche, Bären und Wölfe.
Tipp: Ein ganzer Tag lohnt sich. Eintritt ca. 20–25 € pro Erwachsenem.
Skuleberget, Höga Kusten
Wandern über alten Meeresboden: Das Land hat sich hier über 286 m aus dem Meer gehoben. Unser Fünfjähriger hat es nach oben geschafft – stolz wie Oskar!
Tipp: Rund 1,5–2 Stunden Aufstieg, gute Schuhe sind Pflicht. Zurück geht es über den ruhigen Waldpfad.
Und dazwischen: Wälder und Seen ohne Ende
Das größte Highlight in Schweden ist gar kein einzelner Ort, sondern die Natur. Wälder, so weit das Auge reicht, dazwischen klare Seen, an denen man oft einen Platz für sich allein findet. Die Kinder spielen am Ufer, naschen Blaubeeren und Preiselbeeren, sammeln Stöcke, beobachten kleine Fische – und wir Eltern atmen einfach mal durch.
Unser Tipp: Nehmt ein SUP mit. Eine halbe Stunde auf einem ruhigen See fühlt sich für Kinder wie ein echtes Abenteuer an. Und bitte: Respektiert das Jedermannsrecht (allemansrätten) und geht achtsam mit der Natur um.
Kapitel 6 · Heute – und morgen?
Aus unserer Reise wurde escapetoworld
Was wir unterwegs gelernt haben: Freiheit, Spontanität und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze. Sie gehören zusammen. Im Herbst 2025 ist daraus escapetoworld entstanden – unsere erste Kollektion: Basics aus Bio-Baumwolle und recycelten Materialien, fair genäht und erst bestickt, wenn Du bestellst. Gemacht für Lagerfeuer, Regentage und Kinderhände.
Angekommen sind wir noch lange nicht. Und das ist gut so.
Unsere Mission
Wir wollen Menschen ermutigen, ein Leben nach ihren eigenen Werten zu führen.
Nicht jeder muss in einen Van ziehen. Aber jeder verdient ein Leben, das sich nach seinem eigenen anfühlt – mit einem positiven Beitrag für die Umwelt und die Generation unserer Kinder.
Mehr als ein Shop
Geschichten von unterwegs
Auf Instagram und YouTube nehmen wir Dich mit: Vanlife mit Kindern, Pannen, Glücksmomente und Tipps. Ungeschminkt, ehrlich, echt.
Kleidung für Abenteurer:innen
Zeitlose Basics aus Bio-Baumwolle und recycelten Materialien, bestickt statt bedruckt. Mehr zu unseren Materialien
Eine Community, die verbindet
Teile Deine Reise und lass Dich inspirieren. Markiere uns mit @escapetoworld_story – wir zeigen die schönsten Momente.
Wofür wir stehen
Freiheit
Dein Weg muss nicht aussehen wie der der anderen.
Spontanität
Manchmal ist der beste Stellplatz der, den man nicht geplant hat.
Nachhaltigkeit
Bio-Baumwolle, recycelte Fasern, faire Herstellung, kein Plastik im Paket.
Gemeinschaft
Gemeinsam bewirken wir mehr – für die Umwelt und unsere Kinder.
Wir denken anders. Wir handeln mutig. Wir leben echt.
Nicht perfekt, sondern lebendig. Komm mit auf die Reise.